Forschungsprojekt: Wie uns Bakterien helfen, die Welt vom Plastik zu befreien

Vor wenigen Monaten ist das EU-Forschungsprojekt „MIXUP“ gestartet – und wir von PGS sind mit an Bord! Wissenschaftler aus aller Welt forschen darin nach Wegen, Kunststoffabfälle mittels Enzyme und Bakterien in umweltschonende Materialien umzuwandeln. Auf dem MIXUP-Blog erfahrt ihr Wissenswertes über den die Forschung und die Plastikproblematik im Allgemeinen.


Mit dem Plastik ist das so eine Sache: Einerseits hat es einen miesen Ruf als Umweltverschmutzer, andererseits sind wir auf Kunststoff so angewiesen wie aktuell nur auf wenige andere Materialien. Kaum eine Ressource ist so flexibel einsetzbar, so hilfreich, so notwendig. Gleichzeitig findet sie über den Menschen viel zu schnell den Weg dorthin, wo sie großen Schaden anrichtet: In unsere Umwelt, unsere Flüsse, unsere Meere.


Unser Ansatz bei PGS war und ist von Anfang an, das Problem ganzheitlich anzugehen. Dazu gehört neben der Entwicklung unserer Plattform und der Umweltbildung noch ein weiterer Bereich: Recycling & Upcycling. Diesen wichtigen und umfangreichen Bereich bauen wir immer weiter aus, um am Ende für die meisten Kunststoffarten einen sowohl ökologischen als auch ökonomischen Weg zu finden und ihn dem Kreislauf zurückzuführen.

Einen vielversprechenden Ansatz bietet hier die Biotechnologie: Seit Anfang des Jahres sind wir Teil des EU-Forschungsprojekts MIXUP, das nach neuen Wegen in der Kunststoffverwertung forscht. Denn klar ist: Kunststoffe sind ein wertvolles Produkt – wir gehen nur falsch damit um! Ein Teil unseres PR-Teams betreut den Blog des vierjährigen Forschungsprojekts, zudem bringen wir "marine litter" als Forschungsmaterial mit ins Projekt ein.

Neues Plastik ganz ohne weitere Erdölförderung


14 internationale Partner des MIXUP-Konsortiums, unter anderem aus Deutschland, China und Frankreich, haben sich zum Ziel gesetzt, Plastikmüll nicht nur zu recyceln und so zu verhindern, dass es in der Umwelt verweilt, sondern auch zu neuen, wertschöpfenden Biomaterialien – daher „upzucyceln“. Zum Einsatz kommen dazu Enzyme und Bakterien, die die Kunststoffabfälle in ihre Bestandteile zerlegen und anschließend wieder in neue, wertschöpfende Materialien zusammensetzten können, wie zum Beispiel den biologisch abbaubaren Kunststoff PHA.

Der große Vorteil: Für neues Plastik muss kein weiteres, so umweltschädliches Erdöl gefördert werden – die Quelle ist das Plastik selbst. Kunststoffabfälle werden so bestenfalls Teil einer zirkulären Bioökonomie. Wir stehen damit in einer Linie mit den Zielen der Europäischen Union, die sich in den kommenden Jahrzehnten in eine ressourceneffiziente Wirtschaft mit einem zentralen Platz für Kunststoffabfälle wandeln möchte. Das langfristige Ziel ist es, die „alten“ Kunststoffe mit der Zeit vollständig in umweltschonende Materialien umzuwandeln und keine neuen erdölbasierten Kunststoffe zu produzieren. Die neuen, biologisch abbaubaren und umweltfreundlichen Bioplastikprodukte können dem Kreislauf immer wieder hinzugefügt werden!

Ein Blog für umweltbewusste Menschen


Auf unserem Blog stellen wir die Partner des Konsortiums vor und zeigen, welche Fortschritte wir und andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rund um die Welt machen, um alternative, zukunftsorientierte Möglichkeiten des Plastik-Upcyclings zu finden. Wissenschaftler und Umweltschützer kommen in Interviews zu Wort, um Einblicke in den Forschungsalltag zu geben. Und unter der Kategorie „Motivation & Inspiration“ wenden wir uns mit praktischen und inspirierenden Tipps für eine plastikfreien Alltag an jene, die der Blog als erstes erreicht: an umweltbewusste Menschen und solche, die es werden wollen.


Eine weitere Aufgabe von PGS im MIX-UP Projekt besteht darin, „marine litter“, also „Meeresmüll“ als Forschungsmaterial ins Projekt einzubringen. Denn: neben Plastikverpackungen sollen auch unsortierte, gemischte Abfälle „upgecycelt“ werden. Genau hier ergibt sich eine große Schwierigkeit: Kunststoffe, die bereits ihren Weg in die Umwelt gefunden haben, sind sehr schwierig zu recyceln – vor allem, wenn es sich um viele unterschiedliche Kunststoffarten handelt. Im MIX-UP-Projekt lösen wir dies, indem wir verschiedene Enzyme und verschiedene Bakterien einsetzen, die eine breite Palette an Kunststoffen abdecken.


Wer mehr über MIX-UP erfahren möchte, der kann sich auf der dazugehörigen Website umschauen.

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